
Von Samstag, 09. Februar, bis Montag, 11. Februar 2002 tagte das Bayerische
Landeszupforchester im Tagungshaus des Benediktinerklosters im niederbayerischen Rohr.
Musikalisch stand die Arbeitstagung ganz im Zeichen der Vorbereitung für das Europäische
Musikfestival im Mai/Juni 2002. So konzentrierten sich die Proben vor allem auf das Werk
"Il sogno del pesciolino" des zeitgenössischen Komponisten Eduardo Angulo, das
das Orchester beim Musikfestival aufführen wird.
Allerdings wurde es ein Wochenende, in dem "einfach alles" drinsteckte, wie eine
Teilnehmerin zu erzählen weiß:
"Kultur und social life, konzentrierte Arbeit und
Gaumenfreuden, Sport, Spaß, Bildung und Abenteuer: Ein Fortbildungsabend von Thomas zum
Thema "Wie bringe ich einem betrunkenem Kambodschaner Gitarrespielen auf einer am
Hals gebrochenen Gitarre bei?" gipfelte in einem "Quiz für kluge Köpfe",
wo sich interessante Einblicke in Fähigkeiten und Spezialwissen Einzelner auftaten.
Am Sonntag mittag folgten wir Pater Gregor zu seiner Kirchenführung, die sich aus zwei
Gründen angenehm gestaltete: Pater Gregor sprach ein wunderschönes, verständliches
Hochdeutsch und betrachtete sich, seine Religion und die ehrwürdigen Kunstwerke in der
Klosterkirche mit einem sympathischen Augenzwinkern.
Unsere sportliche Betätigung - parallel zu der gerade anlaufenden Olympiade in Salt Lake
City - bestand darin, mehrmals tätglich - mal mit vollen, mal mit leerem Magen - 4 (vier)
Stockwerke zu unseren Zimmern zu überwinden.
Ein mit besonderer Geschwindigkeit durchgeführter
Abstieg ins Erdgeschoss erfolgte am Sonntagmorgen. Um 5:30 Uhr riss uns die Sirene der
örtlichen Feuerwehr aus dem Schlaf. Wir hörten das Tatü-tata der Feuerwehren, ihr
Näherkommen und das seltsame Verstummen in nächster Nähe. Schon rannten Feuerwehrleute
durch das Kloster und forderten uns auf, das Gebäude zu verlassen. Wir stürzten mit den
Instrumenten unterm Arm ins Freie und warteten bei Kälte und Nieselregen auf weitere
Informationen. Nach einiger Zeit erfuhren wir, dass im Kamin ein Brand entstanden war, der
allerdings schnell gelöscht werden konnte. Nach etwa 20 Minuten durften wir wieder in
unsere Zimmer. Eine Feuerwache blieb zurück, die Heizung wurde erstmal ausgeschaltet.
Ohne warmes Wasser begann also dieser Tag im Kloster, der trotz ungeduschter Musikanten
noch recht erfolgreich verlief. Im Laufe des Vormittags wurden auch die Heizungen wieder
warm, so dass es keine erfrorenen Gliedmaßen gab.

Das Arbeiten mit Dominik, Gertrud, Bianca und Mirko verlief sehr angenehm, den
"Angulo" haben wir laut Dominik jetzt schon zu 70% (oder waren's 80?)
erarbeitet.
Und Spaß gemacht hat's noch zusätzlich. In sechs Wochen bei der nächsten Arbeitstagung
schaffen wir die restlichen Prozente (oder Promille?).
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