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Seine
erste Auslandsreise unter Dirigent Dominik Hackner unternahm das
Bayerische
Landeszupforchester Anfang Juni. Ziel waren unsere westlichen
Nachbarländer Luxemburg und die Niederlande. Nachdem von München bis
in die Pfalz Spieler und Dirigent eingesammelt waren, fuhr der
Tour-Bus zunächst nach Luxemburg-Stadt. Dort hatte man ein paar
Stunden Gelegenheit, sich die Beine zu vertreten und die Stadt zu
besichtigen. Besonders sehenswert war der Stadtteil Grund, der in
einer tiefen Senke liegt und den man über unzählige Treppenstufen oder
auch per Aufzug erreicht.
Nach
diesem Ausflug ging es weiter zur Unterkunft nach Larochette, wo eine
mittelalterliche Doppelburg gleich alle Blicke auf sich zog. Das
dortige Jugendgästehaus kann wärmstens empfohlen werden, da es ruhige
und helle Zimmer bietet und man im Freien essen kann. Ein großer
Spielplatz lädt auch mitreisende Kinder ein. So genoss man den Abend
in entspannter Atmosphäre und bei (noch) schönem Wetter.
Am
nächsten Morgen ging es aber erst einmal an die Arbeit. Das
anspruchsvolle Programm mit Werken von Stamitz, Hansen, Erdmann,
Gluck, Wengler, de Falla und Hackner erhielt im Kaminzimmer inmitten
von Designermöbeln seinen letzten Schliff. Als man sich nach dem
Mittagessen auf den Weg zum Schwimmbad von Larochette machen wollte,
kam der große Wetterumschwung. Innerhalb von Minuten bezog sich der
Himmel mit dunklen Wolken und es prasselten Regen und Hagel herunter.
Leider begleitete diese Wetterlage das Orchester auch während der
nächsten Tage.
Zunächst
bleiben wir aber in Luxemburg, wo es am Abend nach Esch-sur-Alzette,
eine Stadt im Südwesten des Landes, ging. Hier, fast an der Grenze zu
Frankreich, war das BLZO einer Einladung von
Juan Carlos
Muñoz und des Ensemble à Plectre Municipal d’Esch-sur-Alzette
gefolgt und gab ein gelungenes Konzert in einer hellen, festlich
anmutenden Kirche. Das zahlreich erschienene Publikum bedankte sich
beim Orchester mit warmem, herzlichem Applaus. Ehrengast war Marcel
Wengler, der sich die Interpretation seiner Konstellationen
persönlich anhörte.

Nach dem Konzert wurde das BLZO
in die Probenräume des Gastgeberorchesters zu Speis und Trank mit
luxemburgischen Spezialitäten eingeladen. Besonders die Pflaumen-Tarte
und das Erdbeer-Tiramisù blieben lange Zeit im Geschmacksgedächtnis.
Am
nächsten Tag ging es mit dem Bus durch Belgien in die Niederlande, wo
man zunächst in Maastricht Station machte. Bei einer 90-minütigen
Stadtführung erfuhr man Einiges zur Geschichte und zu den
Sehenswürdigkeiten der Stadt. Vorherrschende Farbe – wie überall in
Holland – war orange. Die beginnende Fußball-EM warf ihren
farbenfrohen Schatten voraus. So war es nicht verwunderlich, dass der
bayerische Bus mit dem deutschen Nummernschild immer wieder
Zielscheibe verschiedener „Deutschland – Deutschland – alles ist
vorbei“-Rufe in holländischem Akzent war. Abgesehen davon konnte man
sich in Maastricht gut aufhalten. Hübsche Geschäfte luden zum Bummeln
ein und sogar der Regen machte während der Besichtigung eine Pause.
Am
Abend kam das Orchester in Kerkrade an, wo es seine Unterkunft für die
nächsten zwei Tage bezog. Besonders erstaunt war man über die Neue
Straße bzw. Nieuwstraat, die genau auf der Grenze zu Deutschland
liegt. Auf der einen Straßenseite war man in Holland, mit
niederländischen Hausnummern und Autokennzeichen, direkt gegenüber auf
der anderen Straßenseite in Aachen, mit den entsprechenden deutschen
Schildern. Die Unterkunft in Kerkrade war so hellhörig, dass einige
Spieler des BLZO eine Orchesterprobe der besonderen Art abhielten:
Jeder blieb in seinem Zimmer, machte die Tür zu und spielte Danza
Espagnola von de Falla. Und tatsächlich kam beinahe ein guter
Orchesterklang dabei heraus. Dominik Hackner beschloss dann aber
trotzdem, die nächste Probe im dafür vorgesehenen Gemeinschaftsraum
abzuhalten.

Entsprechend gut vorbereitet begab man sich
zunächst nach Valkenberg, wo das holländische Gastgeberorchester um
Annemie Hermans eine interessante Höhlenführung organisiert hatte.
Danach fuhr man nach Stein, wo man mit dem Orchester
The Strings
ein gemeinsames Konzert bestritt.
Da
Aachen nicht weit weg war, konnte man sich auch hier über prominenten
Besuch in der Person von Marga Wilden-Hüsgen freuen. Auch Verleger
Theo Hüsgen fand den Weg nach Stein, um die bayerischen Zupfer zu
hören. Nach dem Auftritt waren sich alle einig, dass man eine ganz
besondere Leistung vollbracht hatte. Die Stimmung war hervorragend,
die Akustik perfekt und das BLZO hatte das Beste aus sich heraus
geholt.

Der Abend klang bei vielen, wenn auch kleinen,
Gläschen Gerstensaft und netten Gesprächen mit den Gastgebern aus.
Zurück in Kerkrade wurde dann nochmals kräftig mit Sekt angestoßen.
Zum einen, weil Mirko Schrader seinen Ausstand als Gitarrendozent im
BLZO gab und zum Anderen, weil es insgesamt eine schöne Reise war.
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